Essen durch Sehen

Die Enstehungsgeschichte:

Seit 15 Jahren bietet pfau!schulbuffet einen Mittagstisch in Schulen an.
Zunächst arbeiteten auch wir mit dem traditionelle System der Vorauswahl zwischen zwei Menüs, was zu unterschiedlichen Problem für alle Beteiligten führte:
Bei der Speiseausgabe stellten Schülerinnen oft fest, dass sie lieber das andere Menü als das gewählte haben wollten. Das ging jedoch nicht, da die Portionen genau nach Anmeldung ausgegeben wurden. Das „richtige Wählen“ scheiterte an nicht bekannten Namen, wie z.B. Powidltascherl oder Scheiterhaufen, Stefaniebraten oder Tiroler G’röstel,… äußerst beliebten Speisen, die kind aber nur wählt, wenn kind sie sieht. Außerdem kamen einige Kinder, obwohl die Eltern zahlten, erst gar nicht, weil ihnen der Speiseplan nicht gefiel oder die Speisen unbekannt waren. Wir gaben oft weniger Essen aus als angemeldet. Das erzeugte natürlich Unzufriedenheit auf beiden Seiten. Diese Erfahrungen haben uns dazu bewogen umzudenken. Wir haben erkannt, dass die Neugier eine treibende Kraft zum Mittagstisch ist.
Im Laufe des Schuljahres 06/07 haben wir daher nach mehreren Pilotprojekten in Zusammenarbeit mit den Elternvereinen unser neues System Essen durch Sehen entwickelt.
Die Kinder können sich dabei ihr Essen selbst zusammenstellen, jedes nimmt, was es sieht. Die SchülerInnen können jederzeit nachholen, und bei dieser Variante ist es auch möglich z.B. Putenreisfleisch mit Salat als erstes zu holen und dann mit einem Reisauflauf nachzuschöpfen.

Die Vorteile:

Gerade, weil es keinen Plan gibt, kommen mehr Kinder zum Mittagessen, weil sie neugierig sind.
Auffallend ist, dass Gemüsespeisen, in der Vorbestellungsvariante verpönt, wesentlich besser angenommen werden.
Das umständliche Procedere der Vorbestellung fällt weg.
Das Treffen eigener Entscheidungen und das Umgehen mit den Konsequenzen hat auch hohen pädagogischen Wert.

Der Nachteil:

Es ist nicht immer für alle Kinder das gleiche Essen vorhanden und die Auswahl wird gegen Ende manchmal geringer.
Damit können fast alle Kinder gut umgehen, da sie wissen, dass je nach Stundenplan immer andere Kinder „Letzte“ sind.

Der Erfolg:

Die Erfahrung zeigt, dass diese Variante der Essensausgabe viel besser angenommen wird.
Auch der Stadtschulrat Wien hat dieses System im Rahmen eines Projektes “Gesunde Schule” gelobt.

Die Umsetzung:

Deswegen gibt es in unseren Buffets keinen Wochenmenüplan, sondern im täglichen Aushang eine Vielzahl von Speisen, die nach Belieben zusammengestellt werden können.
Auf Wunsch einiger Eltern gibt es an manchen Schulen einen Basis-Speiseplan, mit jeweils zwei Hauptspeisen.
Tatsächlich ist die Auswahl aber größer, je nach saisonalen Angeboten.

Unsere Hauptgerichte und einige Beilagen werden von der Firma GOURMET geliefert. Manche Beilagen, alle Suppen, Salate,… werden von uns selbst zubereitet.

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